Alkohol reduzieren
Der ehrliche Offset-Hebel: weniger Alkohol nimmt den alkoholbedingten HDL-Anstieg zurück. Das ist kein Nachteil im klinischen Sinn. Triglyceride, Harnsäure und Ferritin bleiben ohne publizierte Prozentzahl.
Größenordnung
Von regelmäßigem Konsum auf höchstens gelegentlich, idealerweise mehrere alkoholfreie Tage in Folge pro Woche.
Brien 2011: mäßiger Alkoholkonsum hebt HDL um etwa 0,094 mmol/l (rund 3,6 mg/dl) und ändert die Triglyceride bei Gesunden nicht. Deshalb entfällt die frühere Triglycerid-Platzhalterzeile. Choi 2004 misst Gichtinzidenz, nicht Serumharnsäure — die Urat-Zeile ist deshalb ein Null-Effekt ohne Prozentzahl. Zum Ferritin fehlt eine Interventions-Metaanalyse (G-A3). HDL anzuheben war jahrelang ein Gesundheitsargument — genetisch und pharmakologisch ist es keines.
Wirkungen im Detail
Jede Zeile ist eine gerichtete Kante aus unserer Datenbank, mit Spanne, Latenz, Evidenzgrad und der Bedingung, ab der sie überhaupt gilt.
| Marker | Effekt | Latenz | Wirkweise | Outcome | Evidenz | Bedingung | Quellen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Diastolischer Blutdruck | hilft. Senkt -3,97 mmHg confidence interval of the estimate, not the range one person can expect 36 randomisierte Studien bei 2865 Personen zeigen, dass weniger Alkohol den Blutdruck nur bei jenen senkt, die mehr als zwei Drinks am Tag trinken, bis −5,50 mmHg systolisch (95-%-KI −6,70 bis −4,30) und −3,97 mmHg diastolisch bei Menschen mit sechs oder mehr Drinks, die ihre Menge halbieren. Das schließt eine echte Lücke in Charge 1, wo der Alkohol-Hebel eine HDL-C-Zeile, eine Null-Triglycerid-Zeile und eine Gicht-Zeile hatte, aber nichts zum Blutdruck. | keine Angabe | chronisch | unklar | Evidenzgrad A | gilt unabhängig vom Ausgangswert | |
| Systolischer Blutdruck | hilft. Senkt -5,50 mmHg confidence interval of the estimate, not the range one person can expect 36 randomisierte Studien bei 2865 Personen zeigen, dass weniger Alkohol den Blutdruck nur bei jenen senkt, die mehr als zwei Drinks am Tag trinken, bis −5,50 mmHg systolisch (95-%-KI −6,70 bis −4,30) und −3,97 mmHg diastolisch bei Menschen mit sechs oder mehr Drinks, die ihre Menge halbieren. Das schließt eine echte Lücke in Charge 1, wo der Alkohol-Hebel eine HDL-C-Zeile, eine Null-Triglycerid-Zeile und eine Gicht-Zeile hatte, aber nichts zum Blutdruck. | keine Angabe | chronisch | unklar | Evidenzgrad A | gilt unabhängig vom Ausgangswert | |
| Gamma-Glutamyltransferase | hilft. Senkt Richtung belegt, Größe nicht Ein Monat Abstinenz bei gesunden mäßigen Trinkern senkte die Gamma-Glutamyltransferase; die Werte kehrten nach Wiederaufnahme des Trinkens zur Baseline zurück. Nur die Richtung. | 4–4 Wochen | chronisch | unklar | Evidenzgrad C | gilt unabhängig vom Ausgangswert | |
| Harnsäure | hilft. Senkt Richtung belegt, Größe nicht Choi 2004 belegt Gichtinzidenz, nicht die Serumharnsäure in mg/dl. Bier enthält zusätzlich Purine; eine gepoolte Urat-Prozentzahl fehlt. Absichtlich als Null-Effekt geführt statt mit einer Platzhalterzahl. | keine Angabe | chronisch | unklar | Evidenzgrad B | gilt unabhängig vom Ausgangswert |
Was diese Maßnahme kostet
Gegenläufige Wirkungen derselben Maßnahme.
Für diese Maßnahme ist keine gegenläufige Wirkung hinterlegt. Das heißt nicht, dass es keine gibt, sondern dass wir keine belastbare Kante gefunden haben.
Bewegt sich, ohne dass etwas folgt
Informational oder kein belegter Effekt: der Marker bewegt sich oder wurde geprüft, und daraus folgt kein Fortschritt.
| Marker | Effekt | Latenz | Wirkweise | Outcome | Evidenz | Bedingung | Quellen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| HDL-Cholesterin | bewegt sich, zählt aber nicht. Senkt -3,60 mg/dL confidence interval of the estimate, not the range one person can expect Brien 2011: Alkohol hebt HDL um etwa 3,6 mg/dl; Reduktion ist die Umkehrung, bezogen auf HDL 45 mg/dl. In der Outcome-Spalte steht nein, weil ein durch Alkohol gehobenes HDL nicht mit weniger Infarkten einhergeht. | 2–12 Wochen | chronisch | nein | Evidenzgrad A | gilt unabhängig vom Ausgangswert | |
| HbA1c | geprüft, passiert nichts. Kein belegter Effekt Eine Metaanalyse randomisierter Alkoholstudien bei Menschen mit Diabetes fand keinen Unterschied bei Blutzucker oder HbA1c zwischen 11 bis 18 g/Tag über 4 bis 104 Wochen und keinem Alkohol, und keinen Unterschied bei Hypoglykämien. Absichtlich als Null-Effekt geführt, mit einem ausdrücklichen Konflikt statt einer Auflösung in eine Richtung. | keine Angabe | chronisch | unklar | Evidenzgrad B | gilt unabhängig vom Ausgangswert | |
| HOMA-IR | geprüft, passiert nichts. Kein belegter Effekt In 14 Interventionsstudien von mindestens zwei Wochen änderte Alkohol weder die geschätzte Insulinsensitivität (SMD 0,08, 95-%-KI −0,09 bis 0,24) noch die Nüchternglukose. Evidenzgrad C, weil die Studien wenige, klein und kurz sind und der Endpunkt ein geschätzter Index ist, kein Clamp. | keine Angabe | chronisch | unklar | Evidenzgrad C | gilt unabhängig vom Ausgangswert | |
| Triglyceride | geprüft, passiert nichts. Kein belegter Effekt Die Metaanalyse interventioneller Alkoholstudien fand keinen Effekt auf Triglyceride, bei klaren Effekten auf HDL-C, Apolipoprotein A-I, Adiponektin und Fibrinogen in denselben Studien. Absichtlich als Null-Effekt geführt, mit einer wichtigen Grenze: die Studien an Gesunden bei mäßigen Dosen zeigen nichts, nicht dass Alkohol für Triglyceride bei starkem Konsum irrelevant wäre. | keine Angabe | chronisch | unklar | Evidenzgrad B | gilt unabhängig vom Ausgangswert |
Quellen
Vollständige Angaben zu allen Studien, auf die sich die Zeilen oben stützen.
Alcohol intake and risk of incident gout in men: a prospective study
Choi et al. · Lancet · 2004 · Kohortenstudie
Effect of alcohol consumption on biological markers associated with risk of coronary heart disease: systematic review and meta-analysis of interventional studies
Brien et al. · BMJ · 2011 · Übersichtsarbeit
Short- and medium-term effects of light to moderate alcohol intake on glycaemic control in diabetes mellitus: a systematic review and meta-analysis of randomized trials
Hirst et al. · Diabetic Medicine · 2017 · Metaanalyse
Association between alcohol and cardiovascular disease: Mendelian randomisation analysis based on individual participant data
Holmes et al. · BMJ · 2014 · Übersichtsarbeit
Biochemical Effects on the Liver of 1 Month of Alcohol Abstinence in Moderate Alcohol Consumers
Munsterman et al. · Alcohol and Alcoholism · 2018 · Randomisierte Studie
The effect of a reduction in alcohol consumption on blood pressure: a systematic review and meta-analysis
Roerecke et al. · Lancet Public Health · 2017 · Metaanalyse
The effect of alcohol consumption on insulin sensitivity and glycemic status: a systematic review and meta-analysis of intervention studies
Schrieks et al. · Diabetes Care · 2015 · Übersichtsarbeit